Eine erst urkundliche Erwähnung stammt wohl aus dem Jahr 778[1]. Einige Vorzüge von Wahlheim wurden offenbar schon sehr früh erkannt. Dies beweisen Bodenfunde aus keltischer Zeit sowie die Überreste eines römischen Gutshofes. Sicherlich waren die Nähe des Alzeyer Römerkastells sowie der bedeutenden Straße Mainz-Metz Gründe für solche Ansiedlungen. Die Entdeckung eines fränkischen Frauengrabes mit reichen Beigaben aus der Merowingerzeit neben der ev. Kirche (1750 auf dem Standort einer dem hl. Martin geweihten Kapelle erbaut) im Jahr 1939 bestätigte dies.[2]
Insgesamt ist Wahlheims jahrhundertelange Geschichte eng mit der Region um die Burg Alzey verbunden. Bis 1837 wurde sie zusammen mit Freimersheim verwaltet und entwickelte sich danach zur eigenständigen Ortsgemeinde.
Die historische Entwicklung des Ortes lässt sich in prägnante Epochen gliedern:
Mittelalter und Frühe Neuzeit: Im Jahr 1400 erwarb Pfalzgraf Ruprecht III. wesentliche Teile des Dorfes. Wahlheim teilte fortan das Schicksal der Kurpfalz und ab 1663 der kurpfälzischen Randgebiete.
Französische Epoche (1792–1814): Der Ort gehörte zum französischen Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg).
Hessische Zeit: Zwischen 1815 und 1946 war Wahlheim Teil der Provinz Rheinhessen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt.
Wahlheim ist der Geburtsort des bedeutenden Landschafts-, Portrait- und Historienmalers Jakob Wick (1834-1912), der in München, Antwerpen, Frankfurt am Main und Darmstadt mit verschiedenen Künstlergruppierungen zusammengearbeitet hat.[3]
[1] Vgl. https://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/wahlheim.html
[2] Karin Tanke. „Beobachtungen zum fränkischen Frauengrab in Wahlheim." Alzeyer Geschichtsblätter 26 (1992): 85-99. Ein Großteil der Funde ist heute im Alzeyer Museum ausgestellt.
[3] Siehe Martha Otto. „'Malerei ist kein müßiger Zeitvertreib...' Über das Leben und die Arbeiten des Malers Jakob Wick aus Wahlheim (1834-1912)." Alzeyer Geschichtsblätter 36 (2008): 70-90.